Dieser Kurs findet vom 05.08.-12.08.2021 digital statt.
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DK-11 Die Welt – ein Kaleidoskop.
Veränderte Bewusstseinszustände als Weg zu einem integrativen Mensch-Welt-Verständnis

Kursbeschreibung

„Naturwissenschaft und mystische Welterfahrung ergänzen sich.“

Dieses Zitat des Chemikers Albert Hofmann kann als Leitmotiv für diesen Kurs gesehen werden. Der westlichen Weltsicht jedoch, die einen eher reduktionistischen Ansatz verfolgt, steht das diametral gegenüber. Damit aber ignoriert sie jahrtausendealtes Menschheitswissen, welches einen ganzheitlichen Weltzugang erfahrbar macht. Man findet ihn ubiquitär von den monotheistischen Religionen über östliche Meditationspraktiken bis hin zu mystischen Ritualen indigener Gemeinschaften. Dabei spielen sowohl psychedelische Substanzen als auch bewusstseinsstimulierende Praktiken eine herausragende Rolle. Essentieller Bestandteil solcher Erfahrung ist immer ein veränderter Bewusstseinszustand. Darin kann die Welt im Sinne einer »tiefen Schau« jenseits individueller Grenzen erlebt werden. Deutet dies nicht darauf hin, dass darin ein wesentlich menschliches Bedürfnis zum Ausdruck kommt?

Der Kurs bietet über den Aspekt des Bewusstseins einen Einstieg in die philosophische Anthropologie und somit einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen. Zusammen mit den Erkenntnissen der Kognitionswissenschaften strebt er eine Synthese scheinbar konträrer Perspektiven an, um eine gesündere Sicht auf den Menschen als Teil der Welt zu erreichen.

Hierzu erarbeiten die Teilnehmenden anhand einschlägiger Texte Referate sowie Diskussionsgrundlagen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Introspektion zur Anregung einer differenzierteren Beschäftigung mit dem eigenen Bewusstsein. Dazu führen die Teilnehmenden ein Bewusstseinstagebuch. Ergänzend findet jeden Kurstag ein geführtes Ritual statt.

Denn nur eine Wiederentdeckung der Welt kann Weg zu einem weisen Umgang mit dieser sein.

Mandala im Stile einer erweiterten Bewusstseinserfahrung.

(Eigene Darstellung)

Die Kursleitenden

Julius Böhme (Jg. 2000) kommt aus Mecklenburg-Vorpommern und studiert in Tübingen Medizin, Philosophie und Japanologie. Letzteres wurde durch seine Leidenschaft Karate motiviert. Ein zweites großes und spannendes Themengebiet, für das er sich begeistert, ist das Gehirn. So nahm er 2017 auch an der Deutschen Neurowissenschaftenolympiade teil. Als Teilnehmer einer JGW-Akademie hat er erfahren, wie bereichernd solche interdisziplinären Formate sein können und möchte etwas davon jetzt weitergeben.

Moritz Petersen (Jg. 1999), geboren im Markgräflerland, studiert derzeit in Tübingen Medizin sowie Philosophie und Musikwissenschaft. Sein besonderes Interesse gilt der Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur im Rahmen der Infektiologie und Pharmakologie. Seit seiner Kindheit ist er begeisterter Klavierspieler und singt normalerweise auch im Universitätschor Tübingen. In seiner Freizeit macht er Karate, wandert gern und interessiert sich zudem für Literatur.