Dieser Kurs findet vom 12.08.-19.08.2021 digital statt.
Zurück zur Kursübersicht

DK-5 Philosophie der Autorität

Kursbeschreibung

Im Alltag begegnen uns allerlei Instanzen, die Autorität beanspruchen: Beispielsweise die Lehrkraft, die zur Bearbeitung von Aufgaben anhält; die Ärztin, deren Rat vertraut werden muss oder Vertreterinnen staatlicher Institutionen, die bestimmtes Verhalten einfordern. Alle drei verkörpern unterschiedliche Formen von Autorität, die je auf eigene Weise begründet werden: Aufgrund einer Position, einer Expertise oder der Androhung von Sanktionen. So disparat die Begründungsformen von Autorität sein mögen, scheint ihnen der Bezug auf ein Moment von Anerkennung gemein zu sein. Dies lässt sich an der Sachautorität der Ärztin verdeutlichen: Sofern sie beansprucht, dass ihrem Rat gefolgt werden sollte, müssen gute Gründe vorliegen, ihre Expertise nicht zu bezweifeln. Damit diese auch wirksam sein können, müssen sie anerkannt werden. Dieses Anerkennen erfordert ein spezifisches Wissen, das ein Laie als solcher nicht hat. Die Situation ist verzwickt: Um den ärztlichen Rat begründet einschätzen zu können, müssten Laien über dasselbe Wissen wie die Ärztin verfügen. Verfügten sie aber über dieses Wissen, müssten sie die Ärztin nicht konsultieren. Weshalb also wird ihr Rat befolgt? Wie wird die Lücke zwischen dem Unvermögen, Autorität aus guten Gründen anzuerkennen und ihrem faktischen Anerkanntsein geschlossen? Der Kurs lädt dazu ein, in intensiver Lektüre philosophischer Primärtexte u. a. von Kant, Wittgenstein und Adorno das Spannungsverhältnis von Anerkennung, Freiheit und Autorität zu analysieren.

Voraussetzung ist die Bereitschaft zum Durcharbeiten eines Readers sowie zur Übernahme von Impulsreferaten; Ziel ist das Verfassen eines eigenen wissenschaftlichen Essays in Auseinandersetzung mit den Texten.

Die Kursleitenden

Beer Albers (Jg. 1997) studiert seit 2017 gefördert durch die Studienstiftung Philosophie sowie Germanistik in Frankfurt a. M. Dort arbeitet er am Lehrstuhl für Literaturgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts und Ästhetik. Er beschäftigt sich mit Fragen theoretischer wie praktischer Normativität und Sprachphilosophie. Außerdem lernt er alte Sprachen und interessiert sich für zeitgenössische Kunst. Er hat 2015 selbst an einer DSA teilgenommen. Nun freut er sich, einen Kurs leiten zu dürfen.

Luis Basler (Jg. 1994) hat nach Studium in Wien und Münster seinen M.A. in Politischer Theorie an der Goethe Universität zu Frankfurt a.M. erworben. Dabei wurde er von der Studienstiftung gefördert. Ihn interessieren Fragen der Philosophie des Geistes, der Rechtsphilosophie sowie der Wissenschaftstheorie. Aktuell ist er in der Politischen Bildung tätig und bereitet eine Promotion im Bereich der Erkenntnistheorie vor. Seine Freizeit verbringt er mit Schallplatten – oder als Hobbymathematiker.