Dieser Kurs findet vom 05.08.-12.08.2021 digital statt.
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3.3 Iktsuarpok, Wabi-Sabi, Fernweh.
Eine Abenteuerreise in Sprache und Denken

Kursbeschreibung

Für manche Ausdrücke gibt es keinerlei Entsprechungen in anderen Sprachen: Fernweh im Deutschen, Wabi-Sabi im Japanischen oder Iktsuarpok in Inuit. Sogar die Unbeholfenheit wörtlicher Übersetzungen wie „My English is under all pig“ zeigt auf humoristische Weise die Unmöglichkeit, Sprachen vollständig zu übersetzen. Die Unübersetzbarkeit bestimmter Worte und Wendungen ist ein Indiz dafür, dass die mittlerweile umstrittene Sapir-Whorf-Hypothese der „sprachlichen Relativität“ doch nützliche Teilwahrheiten enthält.

Der Kurs schickt die Teilnehmenden auf eine Entdeckungsreise in die Welt von Sprache, Kognition und Kultur. Auf der Suche nach gemeinsamen Mustern und großen Unterschieden wächst das Verständnis für andere Kulturen und damit auch für die eigene Kultur. Anhand von Fallbeispielen aus Farbterminologie, Verwandtschaftsterminologie und räumlichen Orientierungssystemen werden faszinierende kulturelle Unterschiede aufgedeckt. Parallel entsteht ein Bewusstsein für die interdisziplinäre Relevanz der Linguistik im Zeitalter von globaler Vernetzung und künstlicher Intelligenz.

Als Rüstzeug für die anstehende Abenteuerreise erarbeiten sich die Teilnehmenden bereits im Vorfeld einen größtenteils englischsprachigen Reader. Während des Kurses wird vormittags ein Werkzeugkasten aus Sprach- und Kognitionswissenschaft, Psycholinguistik, Philosophie, Entwicklungspsychologie und Kulturanthropologie vermittelt. Mit dessen Hilfe nehmen sie nachmittags sprachliche, kognitive und kulturelle Phänomenen unter die Lupe und bekommen natürlich auch Raum für kreative Spekulationen und angeregte Debatten.

Die Kursleitenden

Juliane Böttger [julˈjaːnə ˈbœtɡəʁ] (Jg. 1983) war schon als Kind fasziniert von Sprache und Kultur und studierte deswegen Linguistik, Anglistik und Deutsch als Fremdsprache in Leipzig. Von 2011 bis 2016 lehrte und promovierte sie in Australien. In ihrer Doktorarbeit beschrieb Juliane Lele, eine in Papua Neuguinea gesprochene Sprache. In ihrer Freizeit umgibt sich Juliane mit schönen Dingen: Musik, gutem Essen, Kultur und natürlich Sprache. Nach 2019 freut sie sich auf ihren zweiten DSA-Kurs.

Julian Pešek [ˈjulian ˈpɛʃɛk] (Jg. 1978) liebt Zeichen, die kreative Erlebnisse schaffen, egal ob es Wörter, Silben, Tonhöhen oder Filmsequenzen sind. Er studierte Komposition, Filmmusik und Sounddesign in Rostock und der Filmakademie Baden-Württemberg. Seit 2008 ist er als freier Kreativer u.a. für Axel Springer, Janusch Kozminski Film, Dr. Bock Coaching Akademie, arte und SyFy tätig. Als Schüler kam er nicht in den Genuss einer Teilnahme, holt das Erlebnis DSA aber nun als Kursleiter nach!