Dieser Kurs findet vom 05.08.-12.08.2021 digital statt.
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3.5 Menschenrechte – unsere letzte Utopie?

Kursbeschreibung

Nach zwei Weltkriegen einigten sich die Vereinten Nationen 1948 auf die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“. Mittlerweile haben die darin formulierten Menschenrechte Eingang gefunden in viele internationale Verträge und sind das Fundament eines jeden demokratischen Staates.

Angesichts aktueller politischer Entwicklungen wie dem Wiedererstarken rassistisch motivierter Gewalt in den USA oder der staatlichen Unterdrückung politischer Proteste in Russland stellen sich die Fragen: Wo stehen die Menschenrechte heute und wie sieht ihre Zukunft aus? Gelten sie weltweit und für alle genau gleich? Was passiert, wenn sie missachtet werden?

Die Teilnehmenden erarbeiten sich Wissen zur historischen Entwicklung, den Schutzinstrumenten und den politischen Problemen der Menschenrechte. Sie analysieren Anspruch und Wirklichkeit unterschiedlicher Menschenrechte (wie LGBTIQ-Rechte oder Schutz indigener Völker), entwickeln eigene wissenschaftliche Thesen und beleuchten sie von verschiedenen theoretischen und politischen Standpunkten aus.

Der interaktive Kurs nutzt dabei vielfältige Methoden (von Debatten über Theorien-Karaoke und Wall-Maps bis zu TED-Talks) und bietet u. a. die Simulation eines Gerichtsverfahrens mit realen Fallakten. Am Ende entwickeln die Teilnehmenden ihre eigene Charta der Menschenrechte im Hinblick auf aktuelle Herausforderungen wie die Klimakrise oder globale soziale Ungleichheit.

Eingang finden Erkenntnisse aus unterschiedlichen Disziplinen wie Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft und Philosophie, um Menschenrechte als akademisches Querschnittsthema zu verstehen.

Eleanor Roosevelt bei der Verabschiedung der „Universal Declaration of Human Rights“ 1948.

(Bildquelle: FDR Presidential Library & Museum, [externer Link] Wikimedia Commons)

Die Kursleitenden

Julia Hagen (Jg. 1985) studierte Politikwissenschaft, Völkerrecht und Kulturanthropologie in Freiburg. In Göttingen promovierte sie zur machtpolitischen Einhegung des Internationalen Strafgerichtshofs und lehrt und forscht dort gegenwärtig zu Menschenrechten und Transitional Justice. Bei Amnesty International engagiert sie sich für Meinungs- und Pressefreiheit sowie Menschenrechtsbildung. Die verbleibenden Stunden verbringt sie in Antiquariaten und Plattenläden, auf Reisen oder in der Natur.

Tihomir Vrdoljak (Jg. 1992) studierte Staats-, Politik- und Rechtswissenschaften, Rechtspsychologie und eEducation in München, Passau, Krems und Turin. Seine Schwerpunkte umfassen politische Systeme und Verfassungen autoritärer Regime und junger Demokratien sowie das Feld der state crimes. Mit Interesse an innovativer Didaktik ist er in der Menschenrechtsbildung von Amnesty International aktiv und leidet ansonsten seit frühester Kindheit aus voller Überzeugung mit den Fußballern des Hertha BSC.