Dieser Kurs findet vom 05.08.-12.08.2021 digital statt.
Zurück zur Kursübersicht

3.6 Ohne Kunst und Kultur wird’s still?
Zur Systemrelevanz von Musik in der Gesellschaft von gestern, heute und morgen

Kursbeschreibung

„Ohne Kunst und Kultur wird ’s still“ – Auf welches Bedürfnis weisen viele Kulturschaffende mit diesem Slogan während der Coronapandemie hin? Warum ist Musikkultur systemrelevant oder eben auch nicht? Wie wäre gesellschaftliches Zusammenleben ohne den täglichen Einfluss von Kunst und Kultur und welche neuen Möglichkeiten ergeben sich für eine Kulturlandschaft in post-pandemischen Zeiten?

Die Suche nach individuellen als auch kollektiven Bedeutungszuschreibungen von Musik steht in diesem Kurs im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden untersuchen unterschiedliche Facetten der Systemrelevanz von Musik und verschiedenen musikkulturellen Bewegungen aus aktueller und historischer Perspektive. Warum ist es für viele wichtig, auch 250 Jahre nach Beethovens Tod seinen Geburtstag mit verschiedenen Live-Formaten zu feiern? Was wäre die 68er-Bewegung ohne ihre musikalischen Einflüsse gewesen? Und: Was verbindet diese beiden Fragen miteinander?

Die Referate der Teilnehmenden bilden den Ausgangspunkt für die theoretisch-analytische Diskussion des Kursthemas. Anhand von ausgewählten Stationen vollziehen sie gemeinschaftsstiftende Wirkungsmöglichkeiten von Musik selbst musikalisch-praktisch nach, wobei eine kritische Untersuchung der Rolle von Musik als Projektionsfläche nicht zu kurz kommen soll.

Ausblickend wird auch die Frage diskutiert, welche Spannungsfelder und Perspektiven sich dadurch eröffnen. Was macht den Reiz von Konzerten mit und ohne Live-Publikum aus? Wie konsumiere ich selbst Musik und was ist mir dabei wichtig? Was können wir aus der aktuellen Situation auch für die Zukunft lernen? Damit diese Fragen nicht offenbleiben müssen, experimentieren die Teilnehmenden selbst mit unterschiedlichen Arten des aktiven Musizierens und des (persönlichen) Musikkonsums.

Es werden keine musikpraktischen Kenntnisse vorausgesetzt.

Die Kursleitenden

Franka Luise Deister (Jg. 1993) studierte Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Musik sowie Bildungswissenschaften in Lüneburg. Für einen Master in Musikvermittlung verschob sich ihr Lebensmittelpunkt nach Bozen, wo sie seit 2020 promoviert. Während die Konzert- und Theatersäle pandemiebedingt noch geschlossen sind, weicht sie auf umliegende Berggipfel aus, schmiedet neue Projektpläne oder widmet sich ihrer Vorliebe für Kaffee und Gemütlichkeit.

Moritz Land (Jg. 1993) ist gebürtiger Rheinländer und zog während seines Musikwissenschaftsstudiums in Bonn, im Rahmen eines Praktikums nach Berlin. Dort arbeitete er in einem Tonstudio bevor er  2016 sein Studium der Jazzgitarre an der HMT Leipzig begann. Er war selbst Teilnehmer bei der DSA 2010 in der Grovesmühle. Neben seinem Studium ist er als freischaffender Musiker in diversen Bands und Projekten tätig. Außerdem ist er leidenschaftlicher Kaffeetrinker, Brotbäcker und Koch.