JGW-NachhaltigkeitsAkademie

21.08.-04.09.2021 // Historisch-Ökologische Bildungsstätte, Papenburg

Junge Menschen stellen von einem Boot aus ein selbstgebautes Windrad in einem See auf.

Du befindest Dich hier: Kurs JGW-3.4 // Tierrechte und Klimawandel
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JGW-3.4 Tierrechte und Klimawandel.
Reflektionen über die Konsequenzen einer Industrie

Kursbeschreibung

Tiere leiden unter nicht artgerechter Tierhaltung in der industriellen Landwirtschaft sowie durch den Klimawandel, der ihre Lebensräume zerstört. Dabei sind sie selbst - unwillentlich -an der Klimaerwärmung beteiligt. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen gehen mindestens 14,5% der von Menschen verursachten Menge an Treibhausgasen auf die landwirtschaftliche Tiernutzung zurück. Dabei sind neben der unmittelbaren Ausscheidung von Treibhausgasen durch Tiere insbesondere auch Auswirkungen der Flächenversiegelung, der Futtermittelproduktion und Weideflächengewinnung einzubeziehen. 

Der Kurs untersucht die Wechselwirkungen zwischen Tierwohl und menschlichen Interessen, allen voran dem Klimaschutz. Nur ein interdisziplinärer Kurs mit Elementen der Philosophie, Rechts-, Politik-, Wirtschafts-, Sozial- und Naturwissenschaften kann dieser Problematik angemessen Rechnung tragen.

Die Teilnehmenden lernen verschiedene Tierethiken kennen und erarbeiten daraus Argumente für und gegen Tier- und Klimaschutz sowie Gestaltungsmöglichkeiten auf nationaler und internationaler Ebene. Können ökonomische Instrumente den Fleischkonsum regulieren?  Kann der One Health Ansatz Pandemien verhindern? Gibt es ein Menschenrecht auf eine intakte Umwelt? Sollten Tiere eigene Rechte haben?

Die Teilnehmenden lesen Texte, entwickeln eigene Argumente und vertreten in Diskussionen ihren Standpunkt. In Gruppenarbeit beleuchten sie das Verhältnis von Klimaschutz und Tierwohl anhand von Beispielen und aus verschiedenen Perspektiven. Anschließend diskutieren sie Gestaltungsmöglichkeiten im Plenum.

Die Kursleitenden

Julian Arnold (Jg. 1988) arbeitet als Rechtsanwalt und ist spezialisiert auf das Umwelt- und Energierecht. Nach seinem Studium in Freiburg, Barcelona (Spanien) und Berlin absolvierte er das Referendariat mit Stationen u. a. in Buenos Aires (Argentinien). Anschließend war er projektbezogen in mehreren national und international agierenden Organisationen im Umwelt- und Verwaltungsrecht tätig und befasste sich mit dem Tier- und Klimaschutzrecht. Seine Hobbies sind Calisthenics, Yoga und asiatische Fusionsküche.

Katharina Braun (Jg. 1995) promoviert an der FU Berlin zu den Zusammenhängen zwischen Tierrecht und Menschenrechten. Davor studierte sie Rechtswissenschaften mit Fokus auf internationales Recht und Menschenrechte in Berlin und in Hartford (USA). Außerdem arbeitete sie als Praktikantin beim Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien und Ruanda in Den Haag. Im Sommer verbringt sie ihre Freizeit am liebsten im Freien, beim Wandern oder am See, im Winter lesend und mit veganen Backrezepten.

Lewis Wattenberg (Jg. 1996) ist ehemaliger Freiwilliger des Deutsch-Französischen Jugendwerks. Er studierte Rechtswissenschaft an der FU Berlin, Völker- und Europarecht an der Pariser Sorbonne. Arbeitserfahrung sammelte er in der Staatskanzlei NRW, dem Auswärtigen Amt sowie im Bereich des nachhaltigen Rechts (u. a. Tierrecht und Antidiskriminierung). Er ist Mitbegründer der Forschungsinitiative „Jugend im Völkerrecht“. Privat interessieren ihn internationale Politik, alles Französische, Kunst und Literatur.