Dieser Kurs findet vom 29.07.-05.08.2021 digital statt.
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7.2 Algen, Anemonen, Adaptation.
Anpassung aus verschiedenen Perspektiven

Kursbeschreibung

Pflanzen, Tiere und Bakterien passen sich ununterbrochen an ihre Umwelt an. Anpassung passiert mal schnell, mal langsam und ist überlebenswichtig. Zum Beispiel können Zellen chemische Signale detektieren und ihre Bewegungsrichtung ändern oder es entwickelt sich in einem Ökosystem nach vielen Generationen eine neue Art.

Adaptation beschreibt Anpassungsprozesse, die im Laufe der Evolution stattfinden und die zur Entstehung artspezifischer Merkmale führen. Die stammesgeschichtliche Entwicklung des Lebens lässt sich molekularbiologisch durch DNA-Sequenzanalyse untersuchen. Nach einer Einführung in die Bioinformatik erstellen die Teilnehmenden auf der Grundlage von Gensequenzen phylogenetische Bäume, die molekulare Verwandtschaftsverhältnisse widerspiegeln.

Akklimation beschreibt Anpassungsprozesse einzelner Organismen an ihre Umwelt. Ein Beispiel sind Pflanzen, die sich auf wechselnde Lichtverhältnisse einstellen. Manchmal lohnt es sich Partnerschaften einzugehen, so wie es die Symbiodinium Algen und die Anemone Aiptasia tun. Dieses Paar dient im Kurs als Modellsystem zur Beobachtung von Akklimationsprozessen mit dem die Teilnehmenden Experimente durchführen.

Der Kurs beginnt mit einer Einführung in das Themenfeld Adaptation und Akklimation, wobei die Teilnehmenden einzelne Aspekte in ihren Referaten genauer vorstellen. Ziel des Kurses ist es, die Teilnehmenden mit wissenschaftlichem Arbeiten vertraut zu machen, in dem sie selbstgewählte Forschungsfragen mit Experimenten im Schullabor oder mit bioinformatischen Methoden untersuchen.

Die Kursleitenden

Oliver Caspari (Jg 1990) ließ sich von seiner Teilnahme an der DSA 2007 dazu inspirieren, für das Studium nach Cambridge (Großbritannien) zu ziehen. Während seines Bachelors in Natural Sciences begann er sich für Photosynthese zu interessieren, was schließlich in eine Promotion am Department of Plant Sciences der Uni Cambridge mündete. Mittlerweile erforscht er die Evolution von Proteinimport in Mitochondrien und Chloroplasten in Paris (Frankreich). Er freut sich schon auf die Akademie!

Rebekka Fendt (Jg. 1992) begeistert sich für naturwissenschaftliche Forschung und vor allem dafür, wie Leben funktioniert. Sie studierte Molekulare Medizin in Göttingen und anschließend Systembiologie in Heidelberg. Schon vor längerer Zeit tauschte Rebekka die Pipette gegen den Computer und entwickelt nun in ihrer Promotion an der RWTH Aachen pharmakokinetische Computermodelle. Nach Feierabend wirft sie gerne Speere, stößt Kugeln oder läuft einfach nur gerade aus.