Dieser Kurs findet vom 29.07.-05.08.2021 digital statt.
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7.3 Richtig Täuschen mit Statistik.
Durch Umfragen zur Weltherrschaft – fast

Kursbeschreibung

Ob in Politik oder Wirtschaft: Umfrageergebnisse und Statistiken dienen oft als Grundlage für Argumente. Hält die Bevölkerung Umfragen zufolge Klimaschutz für wichtig, wird das Thema auch eher in politische Programme aufgenommen. Einschaltquoten bestimmen, wann was im TV läuft, und selbst die demokratischste Wahl wird von Wahlumfragen vorab beeinflusst. Doch eine Datenerhebung bekommt erst durch ihre Interpretation eine Aussagekraft. Zahlen, Daten, Fakten: eine objektiv sichere Argumentationsgrundlage?

Bei Befragungen und anderen empirischen Erhebungen werden – beabsichtigt oder nicht – die Aussagen oft verzerrt, bis etwas Spektakuläres oder Nützliches dabei herauskommt. Wie können Konzepte wie »Netflixkonsum« oder »Instagram-Abhängigkeit« überhaupt in Zahlen übertragen und gemessen werden? Welche Fehler und Fallstricke gibt es bei der Erhebung, Darstellung und Interpretation solcher Konstrukte?

Ziel des Kurses ist die kritische Auseinandersetzung mit sozialwissenschaftlich relevanten Daten. Die Teilnehmenden erarbeiten und diskutieren anhand kurzer vorzubereitender Gruppenreferate und Input der Kursleiterinnen die Methodik der empirischen Sozialforschung – angefangen bei den Bestandteilen eines experimentellen Designs über den kritischen Fragebogenaufbau bis hin zur Interpretation von Daten.

Das erlangte Wissen um das (bewusste) Manipulieren von Umfragen wenden die Teilnehmenden abschließend in einem Projekt zur vermeintlichen Social-Media-Sucht an. Sie übernehmen die Rollen unterschiedlicher Interessensgruppen und versuchen, durch geschickte Erhebungen ihre Position mit Statistik zu stärken.

Der Kurs behandelt die Mathematik hinter der Statistik nur oberflächlich, sodass kein Vorwissen erforderlich ist.

Weltherrschaftspläne, aber die Umfragewerte stimmen nicht? Hier hilft richtiges Täuschen mit Statistik.

(Eigene Darstellung)

Die Kursleitenden

Kati Frehmann (Jg. 1993) beschäftigt sich schon lange mit Zahlen und Medien: Nach einem Studium in Publizistik, Fernsehjournalismus und Kommunikations-/ Medienforschung arbeitet sie nun an ihrer Doktorarbeit zu KI-Vertrauen. Hier setzt sie sich mit der kniffligen Frage auseinander, wie man etwas so Abstraktes wie Vertrauen überhaupt messen kann. Zeitgleich lehrt und forscht sie an der Uni Düsseldorf. In ihrer Freizeit organisiert sie Pfadfinderlager oder singt im Chor, ganz ohne Zahlen im Kopf.

Andrea Reckenthäler (Jg. 1994) studierte in Mainz und Bristol Fernsehjournalismus, Geschichte sowie Medien- und Kommunikationsforschung – für die Weltherrschaft hat es aber trotz der statistischen Ausbildung nicht gereicht. Stattdessen plant sie nun als Redakteurin bei ZDFinfo das tägliche Fernsehprogramm (sogar meist ohne Hitler-Dokus) und erobert bei Brett- und PC-Spielen die Welt. In ihrer Freizeit unterrichtet sie historische Tänze, näht dafür Ballkleider und kämpft gerne mit dem Schwert.