Dieser Kurs findet vom 29.07.-05.08.2021 digital statt.
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7.4 Achtundvierzig. Eine Europäische Freiheitsrevolution?

Kursbeschreibung

Der Kurs wagt eine europäische Verflechtungsgeschichte des Revolutionsjahres 1848/49. Von besonderem Interesse ist hierbei der gesamteuropäische Impetus von Freiheitsrevolution und Gegenrevolution, die einerseits auf den Verwerfungen der Industriellen Revolution aufbauen und als überwölbendes, trotz seines trennenden Charakters die Revolutionen verbindendes, Element den Nationalismus aufweisen. Auf der Grundlage dieser Idee des »Völkerfrühlings« wird der Kurs nicht nur Akteure, Ziele, Folgen darstellen – sondern darüber hinaus die Frage stellen: Wie wird aus der Vielzahl der nationalen Aufstände 1848 eine europäische Revolution?

Dazu zeichnet der Kurs den Verlauf von Revolution und Gegenrevolution in Europa und an seiner Peripherie nach. Er betrachtet dabei eine Reihe von geographischen Räumen, in denen die Revolution stark unterschiedlich verlief: Westeuropa (Frankreich, Belgien, Schweiz), Mitteleuropa (Deutscher Bund, Österreich-Ungarn, Italien), östliches und südöstliches Europa (Polen, Griechenland, Donaufürstentümer), Europäische Peripherien (Spanien, Großbritannien, Russland).

Aufgabe der Dokumentation ist es dann, über einen strukturierten Vergleich dieser Fallstudien den Blick auf die politischen und sozialen Verflechtungen zwischen den betroffenen Staaten sowie auf die jeweiligen Bedingungsfaktoren von Revolution und Gegenrevolution zu öffnen. Erschlossen werden die Fallstudien anhand von Teilnehmerreferaten, Quellenmaterial und Literatur. Methoden kommen dabei vorwiegend aus den Geschichtswissenschaften, die der Kurs gemeinsam mit den Teilnehmern erarbeitet. Eine Literatursammlung dient der Vorbereitung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Die Kursleitenden

Angela Abmeier (Jg. 1984) studierte in Berlin und im britischen Cambridge Geschichte, deutsche Literatur und Teilgebiete des Rechts. Nach ihrer Promotion zu einem Thema der deutsch-deutschen Außenpolitik war sie Mitarbeiterin einer Quellenedition zur Deutschlandpolitik im Bundesarchiv in Koblenz. Nach dem Archivreferendariat im schönen Marburg arbeitet sie in Berlin nun in der Grundsatzabteilung des Bundesarchivs. Sie reist jedoch nicht nur gern in die Vergangenheit, sondern auch in ferne Länder.

Christian E. Rieck (Jg. 1978) studierte in Bayreuth, Sevilla, Berlin und Oxford zunächst die Rechte, dann Regionalwissenschaften. Nach Stationen am Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien (GIGA) in Hamburg und bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin arbeitet er nun an der Universität Potsdam in den War and Conflict Studies. An der Berliner Humboldt-Universität sowie der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid lehrt er Internationale Beziehungen. Privat fasziniert ihn das zeitgenössische Kino.