Dieser Kurs findet vom 12.08.-19.08.2021 digital statt.
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5.6 Wir irren uns nach vorne.
Wie geht wissenschaftlicher Fortschritt?

Kursbeschreibung

Wissenschaft ist, was Wissen schafft – das mag zunächst banal klingen, ist es aber gar nicht. Denn: Was ist Wissen überhaupt? Wie unterscheidet es sich von Meinung? Gibt es Methodiken, mit denen sich gesichertes Wissen gewinnen lässt? Und nicht zuletzt: Garantieren diese Methodiken wissenschaftlichen Fortschritt?

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, steht in der ersten Hälfte des Kurses die Auseinandersetzung mit zwei prominenten Werken der Wissenschaftstheorie im Mittelpunkt: „Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“ von Thomas Kuhn und „Wider den Methodenzwang“ von Paul Feyerabend. Auf Grundlage von Auszügen aus den Originalwerken werden die Teilnehmenden die Positionen der beiden Philosophen herausarbeiten und diskutieren. In der zweiten Hälfte des Kurses werden diese theoretischen Überlegungen dann auf konkrete Wissenschaftsdisziplinen bezogen: Worin unterscheiden sich bspw. die Erkenntnisprozesse in Gesellschaftswissenschaften und Naturwissenschaften und welche Gemeinsamkeiten gibt es? Wo kann man die philosophischen Vorstellungen in historischen Erkenntnisprozessen beobachten? Ein besonderer Fokus des Kurses wird dabei auf den Erkenntnissen der Physik des frühen 20. Jahrhunderts liegen, die unsere aktuelle Vorstellung von der Welt wesentlich geprägt haben (Relativität von Raum und Zeit, Atommodelle, Welle-Teilchen-Dualismus von Licht und Materie, etc.).

Für den Kurs ist es notwendig, dass die Teilnehmenden sich bereits im Vorfeld der Akademie intensiv mit den zur Verfügung gestellten Texten befassen, damit auf der Akademie ein fundierter Austausch stattfinden kann. Aufgrund der Fokussetzung ist ein generelles Interesse an Physik für die Kursteilnahme vorteilhaft.

Die Kursleitenden

Dane Schlünz (Jg. 1989) ist ein Streiter für das Gute, Schöne, Wahre. Nach einem Ausflug in die Juristerei arbeitete er als Barkeeper. Fündig wurde er schließlich im Studium der Physik, Mathematik und Philosophie an der Universität Münster. Statt Tresen kam Arbeit am Institut für Physikdidaktik. Zur Beruhigung seiner Mutter schließt er ergänzend sein Lehramtsstudium in diesen Fächern ab. Im nächsten Jahr folgt Schule oder Promotion. Anfällig ist er für gute Musik, Literatur und leckeres Essen.