Dieser Kurs findet vom 08.07.-15.07.2021 digital statt.
Zurück zur Kursübersicht

6.1 Mit Mathe gegen HIV

Kursbeschreibung

„Die Mathematik ist eine Art Spielzeug, welches die Natur uns zuwarf zum Troste und zur Unterhaltung in der Finsternis.“
Jean-Baptiste le Rond d'Alembert

Klimawandel oder Ausbreitung von La-Ola-Wellen: Das sind Probleme aus unterschiedlichen Fachbereichen, die mit Mathematik gelöst werden. Wissenschaftliche Fragestellungen, zum Beispiel aus der Biologie, können in der Sprache der Mathematik formuliert und mit Hilfe von Computern bearbeitet werden.

Ein relevantes Beispiel ist der Infektionszyklus des Humanen Immundefizienz-Virus (HIV), das in Zellen des Immunsystems eindringt und wichtige Abwehrfunktionen des Körpers zerstört. Während es ohne Medikamente zu schweren Erkrankungen (AIDS) kommt, können HIV-positive Menschen in Behandlung lange und gut leben. Unter einer erfolgreichen Therapie ist HIV außerdem nicht übertragbar (wissen-verdoppeln.hiv).

Im Kurs erarbeiten sich die Teilnehmenden einerseits die mathematischen Methoden zum Aufstellen und Lösen von Differenzialgleichungen sowie Grundlagen in der Programmiersprache Python. Andererseits vertiefen sie Kenntnisse der Zellbiologie und lernen das menschliche Immunsystem und den HIV-Infektionszyklus kennen. Anschließend stellen die Teilnehmenden die Differenzialgleichungen für HIV selbstständig auf und werten die Ergebnisse graphisch aus. Sie können verschiedene Medikamente zum System hinzufügen und deren Einfluss auf die Viruslast beobachten. Spezielle Mathe- und Programmierkenntisse sind keine Voraussetzung, vor dem Kurs wird ein Python-Tutorial bearbeitet.

Neben der biologisch-mathematischen Perspektive beleuchtet der Kurs auch gesellschaftliche Aspekte wie die Stigmatisierung und Diskriminierung HIV-positiver Menschen.

HIV von verschiedenen Perspektiven beleuchtet: Biologisch, mathematisch und gesellschaftlich.

(Quelle: Zeichnung von Pia-Sophie Leplow)

Die Kursleitenden

Kathinka Gerlinger (Jg. 1993) hat in verschiedenen Städten in Frankreich, Luxemburg und Deutschland Physik studiert und promoviert am Max-Born-Institut in Berlin. Dort macht sie tolle Experimente an Synchrotrons und freien Elektronenlasern. Schuld an ihrer Begeisterung für Physik ist nicht zuletzt ein DSA Kurs, den sie 2011 belegte. In ihrer Freizeit findet man sie meist mit der Motorsäge im Familienwald, beim Kartenspielen oder in ein Science Fiction Buch vertieft.

Louisa Krützfeldt (Jg. 1993) studierte in Berlin und Potsdam Biochemie und Bioinformatik. Der Arbeit im Labor hat sie mittlerweile den Rücken gekehrt und geht biologische Fragestellungen nun mit Hilfe von Computerprogrammen an. Aktuell beschäftigt sie sich in ihrer Promotion an der Berliner Uniklinik mit der Tumorevolution vom Neuroblastom bei Kindern. Ansonsten geht Louisa gerne Inliner fahren oder eislaufen, näht Kleidung und interessiert sich für feministische Themen.