Dieser Kurs findet vom 08.07.-15.07.2021 digital statt.
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6.3 Moderne Kryptographie

Kursbeschreibung

Dank des aktuellen Hypes um Bitcoin gibt es im Moment zahlreiche Artikel zu  Kryptowährungen in den Medien mit teils intuitiven Erklärungen der verwendeten kryptographischen Ideen. Zu diesen zählen unter anderem digitale Signaturen ebenso wie Zero-Knowledge Beweissysteme: Dabei wird ein Empfänger davon überzeugt, dass der Sender die Lösung eines Rätsels kennt – ohne dieses Wissen preiszugeben. Ein anderes wiederkehrendes Thema sind direkte Angriffe auf Systeme, um Daten zu stehlen oder diese zu stören. Bei den meisten Arten von Angriffen liegt jedoch das Problem nicht zwingend in der Kryptographie, sondern mitunter an einem unvollständigen Verständnis der Sicherheit(sanforderungen), da diese nicht zwingend inhärent offensichtlich sind.

Zu Beginn des Kurses werden mathematische Grundlagen und einfache Kryptoprimitive eingeführt, welche die Teilnehmenden teilweise in Kleingruppen gemeinsam implementieren, wofür aber keine Programmierkenntnisse nötig sind. Weiterhin werden sie sich zuerst gemeinsam Definitionen für Sicherheit erarbeiten, um diese im Anschluss mit bekannten Varianten zu vergleichen und die zugrundeliegenden Beweisideen zu erlernen. Aufbauend darauf werden im Kurs unter anderem Feistel Networks, Ringsignaturen und Zero-Knowledge Beweise besprochen – Grundbausteine moderner Kryptographie, die verschiedenste Anforderungen abdecken.

Den Teilnehmenden wird vorab ein Reader mit Grundlagen der Gruppentheorie sowie einigen tradierten Verschlüsselungsverfahren zur Verfügung gestellt. In einem Kurzreferat soll jeder Teilnehmende einen Teil daraus vorstellen.

Verschlüsselter Pinguin?

(Bildquelle: [externe Links] Filippo Valsorda unter CC-BY-SA 4.0)

Die Kursleitenden

Christoph Egger (Jg. 1989) studierte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Informatik mit Nebenfach Mathematik. Tagsüber arbeitet er als Wissenschaftler an Fragestellungen der Kryptographie, nachts ist er ein passabler Hacker auf der Suche nach konkreten Angriffen – zumindest, wenn er nicht gerade mit Kampfsport oder Sozialphilosophie beschäftigt ist. Bei seinen Forschungsaufenthalten in Santa Barbara, Wien und Helsinki konnte er internationale Kontakte knüpfen.

Viktoria Ronge (Jg. 1990) studierte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Mathematik und kehrte nach kurzem Ausflug in die Industrie als Softwareentwicklerin zur Promotion in Kryptographie zurück. In ihrer Freizeit betreibt sie Turniertanz und probiert diverse Paartänze aus. Daneben findet sie ab und zu Zeit ihre Instrumente auszupacken, was größtenteils auf Veranstaltungen des Clubs der Ehemaligen geschieht, in welchem sie seit ihrer eigenen DSA sehr aktiv ist.