Dieser Kurs findet vom 08.07.-15.07.2021 digital statt.
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6.6 Die Commedia dell’arte –
Von Pantalone zu Mr. Burns

Kursbeschreibung

Die Commedia dell’arte breitete sich ab dem 16. Jahrhundert als Berufstheaterkunst durch italienische Wandertruppen rasch in ganz Europa aus. Aus festen Figurentypen, deren ausladenden Gesten und Bewegungen sowie deren schrillen Masken und Kostümen entwickelte sich eine Form des Stegreiftheaters, die über Sprachbarrieren und damit Ländergrenzen hinweg verstanden werden konnte und dadurch große Beliebtheit erfuhr.

Viele der Figurentypen der Commedia sind bis heute Vorlage für Comics, Fernsehserien und Filmdrehbücher. Genau an dieser Stelle setzt der Kurs an: Nach einer interdisziplinären, historischen Einordnung der Commedia spüren die Kursteilnehmenden Parallelen zu ihnen bekannten Figuren auf (Protagonisten aus Literatur, Film, Gaming, etc.). Sie entwickeln auf dieser Basis ein eigenes Rollenprofil und arbeiten – wie damals die Schauspieler der Commedia ihr gesamtes Leben lang – während der gesamten Akademie diese anfangs gewählte Figur „handwerklich“ aus.

Zum Handwerk gehören neben Körperarbeit, Stimme, Rollen- und Requisitenarbeit auch der Einsatz von Masken und sogenannten Lazzi. Durch szenische Etüden sowie regelmäßige Diskussions- und Feedbackrunden üben die Teilnehmenden dieses Handwerk schrittweise ein. Tipps und Tricks für Spannung und Humor in improvisierten Szenen helfen auch denjenigen, die noch nie mit Theaterspielen in Berührung gekommen sind. Es werden also keinerlei Vorkenntnisse vorausgesetzt.

„Theater ist das Versuchslabor des Lebens.“ (Markus Kupferblum, Regisseur, Autor und Clown). In diesem Sinne schauen die Teilnehmenden immer wieder auch über den theatralen Tellerrand hinaus. Sie analysieren, inwiefern die Rollenarbeit Kompetenzen für das Leben entwickelt.

Die Kursleitenden

Markus Keller (Jg. 1985) schloss eine kaufmännische Ausbildung ab, begann ein Geschichtsstudium und hielt Führungen auf der Festung Hohensalzburg. Erst spät entschied er sich zum Studium der Musik- und Tanzwissenschaft sowie zum Lehrgang Musiktheatervermittlung am Mozarteum in Salzburg. Seit drei Jahren arbeitet er am Salzburger Landestheater auf der Bühne und im Vertrieb. Außerhalb von Uni und Theater fährt er mit dem Rad ans Meer, erklimmt Berge und bereitet sich auf seinen ersten Triathlon vor.

Vanessa Zuber (Jg. 1990) ist seit ihren Studienabschlüssen (M. A. in Musikwissenschaft und Musikpraxis, Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar; M. Mus. in Performance Piano, Royal Holloway University of London) freiberuflich als Musikerin und Musikvermittlerin tätig. Derzeit absolviert sie außerdem den Lehrgang Musiktheatervermittlung am Mozarteum in Salzburg. Neben ihrer Leidenschaft für das Musikalische im Menschen und das Menschliche in der Musik beschäftigt sie das große Thema Achtsamkeit.