Kurs Eu.3
Wer braucht eine gute Übersetzung?

Zur Akademie Loccum 2022
14.07. - 30.07.2022

„La lingua dell’Europa è la traduzione“, sagt Umberto Eco – in Europa spricht man Übersetzung. Europa als Kulturlandschaft und politisches Projekt ist möglich, wo Übersetzung gelingt. Zusammengehörigkeitsgefühle und selbst Streit belegen, dass Übersetzung eine Frage von „gains“ und nicht von „losses“ ist.

Europaweit gilt: Technologische Entwicklungen machen sprachliche Ressourcen zugänglich, ermöglichen Kontakte mit Fachleuten und die Intensivierung des Austauschs mit jenen, die von der Arbeit von Sprachprofis profitieren. Die übersetzungswissenschaftliche Forschung wie auch zahllose Unternehmen und Institutionen wissen, dass Übersetzung ein aktives Mitgestalten von sozialen, kulturellen, politischen und ökonomischen Prozessen bedeutet.

Der Kurs untersucht das Übersetzen als grenzüberschreitendes, zielgerichtetes Handeln. Auf skopos- und textfunktionstheorischer Grundlage analysiert der Kurs die Einbindung neuer Technologien in die Übersetzungsarbeit, die Funktionsweise des Generaldirektorats Übersetzung der Europäischen Kommission und die professionelle Identität von Übersetzenden, die anhand eines innovativen, kursinternen Forschungsprojekts erfasst werden.

Ein zweiter Strang gehört der Praxis und besteht aus systematisch aufeinander aufbauenden Übungen zur Bandbreite übersetzerischer Textgestaltungsmöglichkeiten. Dafür sind keine fortgeschrittenen Fremdsprachkenntnisse nötig. Die Übungen profilieren Sprache auf lexikalischer, kollokationeller, morphologischer, syntaktischer, idiomatischer und stilistischer Ebene, beleuchten Übersetzung als Autorschaft und zeigen die Rolle von „Paralleltexten“ und disziplin- und genrespezifischen Hintergrundinformationen auf. Daraus soll ein Gespür dafür entstehen, was eine „gelingende“ Übersetzung heute sein kann.

Die Kursleitung