Kurs Eu.4
Subjektivität und Transzendenz – Ein Grundverhältnis europäischen Denkens?

Zur Akademie Loccum 2022
14.07. - 30.07.2022

Die Dinge nicht nur erkennen, wie sie für mich zu sein scheinen, sondern wie sie wirklich sind? Gibt es überhaupt eine Wirklichkeit ohne mich? Hierbei handelt es sich um Fragen, denen nachzugehen gewiss zu Kopfzerbrechen und gelegentlich sogar in die Verzweiflung führt. Der Kurs begibt sich dennoch auf ihre Spur.

Dass die Wirklichkeit auf die oben genannte Weise zum Problem wird, ist nicht selbstverständlich. Vielmehr handelt es sich dem Anschein nach um einen genuinen Charakterzug europäischen Denkens, mögliches Wissen auf die je eigene „Subjektivität“, eine „innere Welt“, zu begrenzen. Was diese Grenze vermeintlich überschritte, etwa die „äußere Welt“ oder Realität, wäre folglich kein Gegenstand möglichen Wissens. Welchen Status kommt einem solchen Überschreitenden, dem sogenannten „Transzendenten“, zu? Ist es Trug? Eigentlicher Grund des Wissens?

Der Kurs erarbeitet gemeinsam das Verhältnis der Begriffe „Transzendenz“ und „Subjektivität“ in der europäischen Philosophiegeschichte. Dafür untersucht er Primärtexte der Philosophen Platon, Plotin, Nikolaus von Kues, Johann Gottlieb Fichte, Edmund Husserl und Emmanuel Levinas. Die Teilnehmenden gestalten im Vorfeld in Gruppenarbeit Impulsreferate zu einem Textauszug eines Autors. Während der Akademie liegt der Schwerpunkt auf der genauen Lektüre aller Auszüge. Diskussionen in variierender Gruppengröße unterstützen dies. Ziel des Kurses ist, in die philosophische Tradition Europas einzuführen und damit von innen heraus kritisch zu beurteilen.

Die Kursleitung