Kurs 5.5
Die (Un)freiheit der Komik? Satire selbstgemacht

Zur Akademie Roßleben 2022-5
04.08. - 20.08.2022

„Irgend etwas Angriffiges […] muß in der Ursache der Komik stecken,
gewissermaßen der Ansatz zu einem Attentat auf das soziale Leben“ – Henri Bergson.

Der Kurs richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die sich gerne auf der Bühne ausprobieren wollen – mit selbstgeschriebenen, komischen Texten. Er untersucht Fragen wie: Was ist überhaupt komisch? Und wo befinden sich möglicherweise die Grenzen von Komik? Der inhaltliche Fokus liegt dabei auf gesellschaftskritischer Komik. So wird das Verhältnis zwischen Satirefreiheit und ironisch-kritischer Erzählperspektive ausgelotet. Aus Sicht der Kursleitenden ist darunter zu verstehen, dass Metafiguren oder Erzählerinnen und Erzähler das Geschehen distanziert betrachten und/ oder kommentieren.

Der Kurs führt in geisteswissenschaftliches Arbeiten ein und analysiert ausgewählte kulturelle Phänomene, insbesondere satirische Darstellungen. Als Ausgangspunkt werden unter anderem Begriffsdefinitionen aus dem Handbuch „Komik“ von Uwe Wirth dienen, da sie eine umfassende Zusammenstellung der wichtigsten Komik‐Strategien darstellen. Des Weiteren werden verschiedene Erzählperspektiven beleuchtet, um von den Komik-Definitionen ausgehend bei Satire und Grenzen der Satire in der Gegenwart anzukommen. Daran anknüpfend werden einzelne Beispiele anhand ihrer komischen Stilmittel in Kleingruppen analysiert. In der zweiten Woche reflektieren die Teilnehmenden ihr neues Verständnis von Komik, indem sie selbstständig Texte und/ oder Bühnenauftritte vorbereiten, die sie abschließend präsentieren.

Voraussetzungen für die Teilnahme sind: Interesse an Satire, Politik & Gesellschaft, Spaß an Textarbeit und Bühnenspiel, Lust auf kritisches Denken und den offenen, diskriminierungsfreien Diskurs, Team‐ und Kritikfähigkeit sowie Kenntnis der deutschen Sprache und nicht zuletzt: Sinn für Humor.

Die Kursleitung