Kurs DK-3
Altgriechisch des Neuen Testaments

Grammatische Formen und die theologischen Konsequenzen ihrer Übersetzung

Zur Digitale Kurse 2022
28.07. - 06.08.2022

Die Schriften des Neuen Testaments der Bibel sind ursprünglich in der Koine verfasst worden. Das ist die Sprachstufe der griechischen Sprache, die als überregionale Volkssprache von ca. 300 v. Chr. bis in die römische Kaiserzeit Verwendung fand. Trotz dieses volkstümlichen Charakters des neutestamentlichen Altgriechisch weicht die Formenlehre wenig vom klassischen ab.

Im Altgriechischen gibt es Strukturen, die nicht direkt ins Deutsche übertragbar sind. So kennt das Deutsche beispielsweise weder Optativ, Medium noch den Aorist. Sie müssen mit einer den Sinngehalt bewahrenden deutschen Form wiedergegeben werden. Damit ergeben sich wichtige Übersetzungsfragen. Zum Beispiel: Macht es einen Unterschied, ob Maria als junge Frau oder als Jungfrau bezeichnet wird? Das Altgriechische ist keine lebendige Sprache mehr, sowohl Autoren als auch deren Adressaten können nicht gefragt werden. Somit benötigt die wissenschaftliche Exegese eine auf der lexikalisch-grammatischen Textstruktur basierenden Übersetzung.

Der Kurs erarbeitet relevante altgriechische Formveränderungsmuster und Übersetzungsregeln, sodass frühchristliche Schriften auf transparente und begründbare Weise ins Deutsche übersetzt werden können. Ziel des Kurses ist es, an ausgewählten Textausschnitten die Formen des Griechischen der Koine kennenzulernen, Übersetzungsmöglichkeiten zu diskutieren und bestehende Übersetzungen hinsichtlich ihrer theologischen Auswirkung zu vergleichen.

Die Teilnehmenden erlernen den Umgang mit Wörterbüchern, Grammatiken und anderen Hilfsmitteln für eine effiziente Übersetzung. Sie erhalten im Vorfeld Material und bereiten auf Grundlage dessen Referate vor, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Die Kursleitung