Kurs DK-4
„Ich sehe was, was du nicht siehst“

Zur Digitale Kurse 2022
28.07. - 06.08.2022

Wir können nicht aus unserer Haut. Alles, was wir sehen, wahrnehmen, verstehen können, bleibt gebunden an unsere höchst subjektive Sichtweise. Das hat schon Kant in aller Deutlichkeit festgestellt. Diese Subjektivität begründet unsere Freiheit, unsere unabhängige Sichtweise und unsere Irrtümer. Das Verdienst des französischen Phänomenologen Maurice Merleau-Ponty besteht darin, gezeigt zu haben, dass wir als leibliche Wesen inmitten einer Welt auftauchen, die Kant als „Welt an sich“ der Erkenntnis entzogen sieht. Mit anderen Worten: längst, bevor wir beginnen zu reflektieren, sind wir „schon da“ und erfahren die Welt als leibliche Wesen unmittelbar. Die Unabhängigkeit des Denkens wird damit zur Illusion. Das, was ist, ist ein Teil meiner selbst, und so werde ich mir von der Seite meines Bewusstseins her immer fremd bleiben.

 

Die Teilnehmenden erarbeiten sich die philosophischen Grundlagen der Phänomenologie, lernen die Leiblichkeit des Menschen als transzendentale Begrenzung und transzendentale Ermöglichung im Rahmen der Theorie einer bedingten Freiheit kennen und begeben sich auf die Spur der Begegnung mit dem Anderen – mit dem Fremden – auch in uns selbst.

 

Die Teilnehmenden analysieren und diskutieren grundlegende Texte zur Phänomenologie und erarbeiten sich eigene Standpunkte im philosophischen Diskurs (mündlich wie auch schriftlich).

Die Kursleitung