Kurs JGW-1.6
Literatur und Recht

Im Zweifel für den Angeklagten

Literatur, die das Recht zum Thema hat, ist ein lang bekanntes Phänomen. Schon Cicero beschäftigt sich mit dem Recht auf fiktionaler Ebene. Bis in die heutige Zeit entstanden viele solcher Werke (z.B. Dickens, Camus, Kafka, Nabokov, Orwell). Besonders auch im 21. Jhd. kann man eine Flut von fiktionaler, rechtlicher Literatur beobachten (z.B. Schlink, Zeh, Schirach, Kriminalromane). Dieser Kurs beschäftigt sich genau mit diesem Phänomen, mit der „Literatur- und Recht“-Bewegung.

Der erste Teil des Kurses behandelt „Recht in der Literatur“ (rechtsphilosophische Fragestellungen in literarischen Texten) und „Recht als Literatur“ (die literarische Analyse juristischer Texte). Zum Abschluss bespricht der Kurs einige Ansichten von bedeutenden Persönlichkeiten dieser Bewegung (z.B. Cardozo, Boyd, White), darunter auch berühmte Rechtsphilosophen (Dworkin und Posner).

Der zweite Teil des Kurses nimmt sich der Perspektive dieser beiden Bereiche an. Dabei untersuchen die Teilnehmenden Romane, Epen, Dramen und Kurzgeschichten aus allen Epochen, sowie aktuelle (auch kuriose) Urteile. Der Kurs endet mit einer Diskussion darüber, ob und wie die Werke der literarischen Fiktion zum juristischen Denken und zur Rechtspraxis beitragen können und welchen Mehrwert die literarische Analyse von juristischen Texten entfaltet.

In diesem Kurs lernen die Teilnehmenden, rechtliche sowie literarische Texte zu lesen und diese literarisch zu analysieren. Sie können eigene Interpretationen entwickeln und das Ergebnis dieser Analysen auf die praktische Rechtsausübung anwenden.

Die Teilnehmenden lesen die Bücher in Auszügen und erarbeiten sich im Detail ein Werk, das sie vorstellen und gemeinsam diskutieren. Kenntnisse des Rechts werden nicht erwartet. Englischkenntnisse sind wünschenswert.

Die Kursleitung