Kurs JGW-3.2
Wie erreichen wir Klimagerechtigkeit?

Klimaklagen und Degrowth

Kann man Regierungen auf Maßnahmen zum Klimaschutz verklagen? Immer öfter lautet die Antwort: Ja. Laut Bundesverfassungsgerichtsurteil von 2021 ist das geltende Klimaschutzgesetz teilweise verfassungswidrig, Grund- und Freiheitsrechte künftiger Generationen müssen gewahrt werden. Weltweit gibt es viele solcher Klimaklagen. Der Kurs untersucht, was Klimagerechtigkeit bedeutet, wie Klimaklagen funktionieren und welche politischen Konsequenzen sich aus erfolgreichen Klimaklagen ergeben.

Was ist Klimagerechtigkeit?
Personen, die Rechtsverpflichtungen nicht einhalten, können in Rechtsstaaten verklagt und gerichtlich zur Erfüllung verpflichtet werden. Doch was, wenn es um Staaten oder Unternehmen geht? Der erste Kursabschnitt erarbeitet die Grundlagen der Rechtsdurchsetzung und des Umwelt- und Völkerrechts, bezogen auf das Konzept der Klimagerechtigkeit. Darauf aufbauend analysiert er anhand von Fallbeispielen die juristischen Grundlagen von Klimaklagen.

Wie können moderne Gesellschaften klimagerecht werden?Was folgt, wenn Klimaklagen erfolgreich sind – welche politischen Rahmenbedingungen müssten hergestellt werden, um Klimagerechtigkeit zu schaffen? Welche Konflikte treten dabei auf? Diese Fragen untersucht der zweite Kursabschnitt, der eine Einführung in die sozialwissenschaftliche Nachhaltigkeitsforschung vornimmt. Der Fokus liegt dabei auf Argumentationslinien der Wachstumskritik: In welchem Spannungsfeld stehen die Reduktionsvorgaben internationaler Rechtsnormen mit wachstumsorientierter Wirtschaft? Was ist ein gerechtes Wirtschaftssystem?

Der Kurs ist interdisziplinär angelegt, an der Schnittstelle von Rechts- und Sozialwissenschaft. Neben klassischer Wissensvermittlung, Kleingruppenarbeit, Planspielen und Experteninterviews gibt es viel Raum für strukturierte Diskussionen.

Für Klimaschutz wird juristisches Neuland betreten. Doch wie werden Gesellschaften klimagerecht? (Quelle: https://pxhere.com/no/photo/1186582)

Die Kursleitung