Kurs JGW-2.3
Streiten, Diskutieren, Kontroversen

Wissenschaftliche Perspektiven auf Situationen, in denen wir uns uneinig sind

Zur JGW-Akademie Papenburg 2026-2
18.08. - 30.08.2026

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Jede Wahrheit außerhalb dieses Raumes, ob sie nun den Menschen ein Heil oder ein Unheil bringen mag, ist unmenschlich im wörtlichsten Sinne, aber nicht, weil sie die Menschen gegeneinander aufbringen würde und voneinander entfernen, sondern eher umgekehrt, weil sie zur Folge haben könnte, daß alle Menschen sich plötzlich auf eine einzige Meinung einigten, so daß aus vielen einer würde, womit die Welt, die sich immer nur zwischen den Menschen in ihrer Vielfalt bilden kann, von der Erde verschwände.
(Hannah Arendt)

Ob in Freund*innenschaften, in der Familie, in Beziehungen, ob am Arbeitsplatz, in der Schule oder in der Politik, überall treffen verschiedene Perspektiven aufeinander, werden unterschiedliche Meinungen vertreten und geraten Bedürfnisse in Konflikt zueinander. Folgen wir den einleitenden Worten der Politikwissenschaftlerin Hannah Arendt, dann handelt es sich hierbei keinesfalls um Störfälle, sondern um eine Notwendigkeit im menschlichen Zusammenleben. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Orte, an denen Streit ausgetragen wird, Situationen, in denen Konflikte auftreten, und Ausmaße, wenn es um Teilnehmende und Konsequenzen geht. Geht es darum, eine gemeinsame Lösung zu finden oder Recht zu haben? Wie unterscheiden sich Formen des Streits in den gesellschaftlichen Sphären, wie im Laufe der Zeit und wie kulturell?

Diese Fragen möchte der Kurs in den zwei Wochen in Papenburg erarbeiten. Dabei soll es nicht nur darum gehen, zu entdecken, wie, wo und warum wer eigentlich streitet. Der Kurs möchten Streit, Diskussionen und Kontroversen – oder wie auch immer wir das nennen, wenn wir uns uneinig sind – anhand verschiedener wissenschaftlicher Methoden aus Philosophie, Soziologie und Kulturwissenschaften untersuchen und: natürlich diskutieren!

Die Kursleitung