Kurs
6.6
Die phänomenologische Welt
Eine Einführung in die Leibphilosophie Merleau-Pontys
23.07. - 08.08.2026 Waldenburg
Haben wir einen Körper – oder sind wir Leib? Diese auf Edmund Husserl zurückgehende Unterscheidung ist der Ausgangspunkt der Leibphilosophie des französischen Phänomenologen Maurice Merleau-Pontys (1908–1961). Körper und Leib kontrastieren dabei zwei grundlegend verschiedene Perspektiven auf das Menschsein: Während sich der Körper quantifizieren, objektifizieren und optimieren lässt, bezeichnet der Leib das lebendige, wahrnehmende Sein zur Welt.
Die Teilnehmenden des Kurses erarbeiten anhand von Auszügen aus Merleau-Pontys Hauptwerken (Phänomenologie der Wahrnehmung, Das Auge und der Geist, Das Zeichen), dass die Welt nicht aus einer „God’s eye view“ erkannt wird, sondern durch den Leib aktiv wahrgenommen und gestaltet wird. In Zeiten von Körpernormen, Selbstoptimierung und digitaler Entfremdung impliziert das auch die politisch-kritische Dimension auf gegenwärtige Debatten wie Körperpolitik und Medieneinsatz.
Methodisch arbeitet der Kurs mit Primärtexten in Einzel- und Kleingruppenarbeit, Rundgesprächen und sinnlichen Zugängen wie Malerei und Musik. Philosophische Überlegungen werden so nicht nur gedacht, sondern erfahrbar gemacht. Außerdem schult der Kurs die Entwicklung eigener Fragestellungen in Bezug auf Merlau-Pontys Denken und deren schriftliche Ausarbeitung.
Die Bereitschaft zur Lektüre anspruchsvoller philosophischer Primärtexte in deutscher Übersetzung wird vorausgesetzt. Grundkenntnisse philosophischer Begriffe sind hierbei hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Zur Vorbereitung erhalten die Teilnehmenden ausgewählte Primär- und Sekundärliteratur, die sie vor Kursbeginn eigenständig bearbeiten.
Die
Kursleitung