Kurs 5.5
Das Subjekt im Spiegel der Normen

Gesellschaftstheorie nach Foucault

Zur Akademie Roßleben 2026-5
09.07. - 25.07.2026 Roßleben-Wiehe

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Wir alle existieren als Individuen in einem komplexen Geflecht aus sozialen Interaktionen und Institutionen. Diese prägen, wie wir uns selbst und andere sehen, wie wir handeln. Welche Kräfte sind dabei im Spiel? Was ist normal und wer entscheidet darüber?

Diese Fragen finden sich im Werk des französischen Historikers und Philosophen Michel Foucault (1926-1984) wieder. Foucaults Analysen von Diskurs, Wissen und Macht prägen bis heute die Forschung in vielen Feldern, von Gender Studies bis International Relations. Sein Werk erstreckt sich über mehrere Schaffensphasen, methodische Ansätze und inhaltliche Schwerpunkte, und ist deshalb oft schwer zu fassen. Seine Relevanz liegt dabei in der historischen Grundlegung der Gesellschaftstheorie - eine zentrale Frage ist, wie  Menschen zwischen den Normen und Institutionen der modernen Gesellschaft zu den Subjekten werden, die sie sind.

Foucault hat dies anhand der historischen Analyse konkreter gesellschaftlicher Phänomene  untersucht, z.B. der Strafe oder der Psychiatrie. Mithilfe dieser zentralen historischen Beispiele aus Foucaults Werk nähern sich die Teilnehmer:innen einem Verständnis vom Gewordensein gesellschaftlicher Konstellationen von Wissen und Macht und ihrem Ausdruck in historischen Regimen der Normierung und Subjektivierung. Dieser Kurs befragt den analytischen "Werkzeugkasten" Foucaults auch auf seine aktuelle Relevanz: Im Dialog zwischen Foucaults Texten und aktueller Gesellschaftstheorie führt der Kurs bis zu den Grenzen seines Denkens. 

Neben dem Willen zur Auseinandersetzung mit anspruchsvollen Texten sollten Teilnehmer:innen vor allem Interesse und Freude am Diskutieren gesellschaftlicher Phänomene in ihrer historischen Dimension haben.

 

Die Kursleitung