Kurs
JGW-3.3
Finanzierung nachhaltiger Landwirtschaft
Wie unser Essen grüner finanziert werden kann
19.07. - 02.08.2026
Nahrungsmittel wachsen nicht aus Geld – aber ohne Geld wächst keine nachhaltige Landwirtschaft. Heute verursachen Agrar‑ und Ernährungssysteme rund ein Drittel der globalen menschengemachten Treibhausgasemissionen, während Kapital weiterhin in klimaschädliche Projekte fließt und wichtige Ökosysteme zerstört. Die Folgen treffen vor allem den Globalen Süden: Um Profite für wenige Unternehmen im Norden zu sichern, verlieren Kleinbäuer*innen, insbesondere Frauen und marginalisierte Gruppen, Land, Einkommen und Lebensgrundlagen.
Der Kurs fragt: Wie lässt sich Landwirtschaft so finanzieren, dass sie Klima, Biodiversität und Lebensgrundlagen schützt? Die Teilnehmenden erarbeiten, wie nachhaltige Finanzierung von Agrar‑ und Ernährungssystemen im Globalen Süden gestaltet werden muss, ohne kleinbäuerliche Betriebe zu marginalisieren.
In Woche 1 untersuchen die Teilnehmenden die Auswirkungen kapitalistischer Strukturen auf die Landwirtschaft (Enteignung, Landverlust und Gewalt) und lernen an realen Agri-Food-Systemen wie Kakao- oder Kaffeeanbau zentrale Finanzierungsinstrumente und nachhaltige Anbauformen kennen.
In Woche 2 arbeiten die Teilnehmenden in Gruppen und wenden ihr Wissen in einem Planspiel an. Sie nehmen die Rollen von Vertreter*innen einer Entwicklungsbank, der Agrar‑ und Lebensmittelindustrie, einer internationalen Organisation oder einer lokalen Kooperative von Kleinbäuer*innen ein, um einen tragfähigen Kompromiss zu verhandeln. Die abschließende Reflexion zeigt, dass nachhaltige Finanzierung politisch und ethisch, nicht nur technisch, ist.
Aufgrund des internationalen Themas sind vereinzelt englischsprachige Elemente geplant.
Die
Kursleitung