Kurs
C.4
Identitäten Chinas
Nation, Staat, Kultur, Alltag: China seit 1890 bis heute
24.07. - 08.08.2026
In diesem Kurs widmen sich die Teilnehmenden der Frage, wie Identität entsteht: als Deutung und Erzählung darüber, wer man ist, was einem wichtig ist und wo man sich zugehörig fühlt, und warum solche Deutungen sich verändern, umkämpft sind und manchmal widersprüchlich bleiben. China bietet dafür ein anschauliches Beispiel vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart: Untersucht wird, wie unterschiedliche „Chinas“ entstehen – als Nation, als Staat, als Kulturraum und als Lebenswelt – und wo diese Bilder miteinander in Konflikt geraten.
Schwerpunkte sind politische und nationale Selbstbilder, gesellschaftlicher Wandel und Aufstiegswege, Stadt–Land-Unterschiede und Migration sowie Perspektiven von Minderheiten, Diaspora und Jugendkulturen. Zugleich rückt der Kurs von übergreifenden Deutungen auf Lebenswelten: Die Teilnehmenden untersuchen, wie sich Identitätsvorstellungen in Alltag und Biografien übersetzen und wo sie mit Erfahrungen von Mobilität, Leistungsdruck, Generationenkonflikten oder medialen Selbstentwürfen kollidieren. Dabei wird sichtbar, welche Anknüpfungspunkte zu Erfahrungen aus dem eigenen Umfeld bestehen, etwa bei Zugehörigkeit in Peergroups, Zukunftsplanung oder dem Verhältnis von Selbstbestimmung und sozialen Erwartungen.
Methodisch verbindet der Kurs Inputs mit gemeinsamer Textarbeit, Diskussionen und Gruppenarbeiten. Die Teilnehmenden arbeiten mit Textauszügen und Fallmaterialien, exzerpieren zentrale Argumente gemeinsam und bearbeiten von den Kursleitern vorgegebene Leitfragen. Ergänzend werden ausgewählte Dokumentationsausschnitte gemeinsam angesehen und mit Leitfragen ausgewertet, dazu wird auch ein kurzes Quiz eingesetzt.
Chinesisch-Kenntnisse sind nicht erforderlich; vorausgesetzt werden Neugier, Diskussionsbereitschaft und die Bereitschaft, Texte konzentriert zu bearbeiten.
Die
Kursleitung