Kurs JGW-2.4
Kriegsverbrecher vor Gericht

Vom Nürnberger Prozess zum Internationalen Strafgerichtshof

Zur JGW-Akademie Papenburg 2026-2
18.08. - 30.08.2026

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Vor gut 80 Jahren hat sich in der Staatengemeinschaft etwas Herausragendes getan: Zum ersten Mal in der Geschichte mussten sich führende Staatsvertreter für grauenvolle Verbrechen vor einem internationalen Gericht verantworten. Die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse, die die Nazi-Schreckensherrschaft gerichtlich aufarbeiten sollten, markieren den Beginn des modernen internationalen Strafrechts. Seitdem hat sich vieles getan: Von hybriden Tribunalen wie den Extraordinary Chambers in the Courts of Cambodia (ECCC) über ad hoc-Strafgerichtshöfe wie dem Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda (ICTR) hin zu dem universell tätigen Internationalem Strafgerichtshof (ICC) – das Völkerstrafrecht entwickelte sich in kürzester Zeit. Dennoch steht es in der Kritik, insbesondere der ICC. So sind nicht alle Staaten Mitglied des Gerichtsstatuts und erkennen entsprechend nicht die Zuständigkeiten des Gerichts, wie beispielsweise in Palästina oder der Ukraine, an. Außerdem wird der ICC von afrikanischen Staaten kritisch betrachtet und es werden einseitige Ermittlungen vorgeworfen.

In diesem Kurs lernen die Teilnehmenden die Entstehung des Völkerstrafrechts kennen und analysieren vergangene und aktuelle Strafverfahren, vor allem vor dem ICC. Dabei werden die Situationen in Palästina, Ukraine und den Philippinen („War on Drugs“) exemplarisch untersucht. Eine kritische Betrachtung der Arbeitsweise und mögliche Reformbedürftigkeit sollen ein differenziertes Bild vermitteln. Der Kursinhalt wird in Präsentationen, Diskussionen und Simulationen vermittelt. Die Teilnehmenden führen möglichst Gerichtsverhandlungen und UN-Simulationen durch. Für Teile des Kurses ist es notwendig, englische Texte zu bearbeiten und Englisch zu sprechen. Sprachkenntnisse auf Schulniveau sind dafür ausreichend.

Die Kursleitung