Kurs 1.6
Kill your darlings!

Alltagsüberzeugungen auf dem Prüfstand von Wissenschaftstheorie und Psychologie

Zur Akademie Schwäbisch Gmünd 2026-1
13.08. - 29.08.2026 Schwäbisch Gmünd

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Je schneller, leichter und umfangreicher wir grundsätzlich auf das gesamte Wissen der Menschheitsgeschichte zugreifen können, desto sicherer werden wir uns anscheinend, deswegen heute auch tatsächlich schon „aufgeklärt“ zu sein. Doch stellt wirklich schon die bloße allgemeine Verfügbarkeit von Wissen (wir könnten ja jederzeit alles googlen) den Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit dar – oder versinken wir, zu borniert, um es auch nur zu bemerken, in einer Scheinwelt, verblendet von ‚Truthiness‘, gefühltem Wissen und alternativen Fakten? Immerhin trendet Wissenschaftsverweigerung in den letzten Jahren, nicht nur bezüglich umkämpfter Thematiken (etwa: Klimawandel, Evolution, Impfen). Und ist vor dem Hintergrund prominenter wissenschaftlicher Irrtümer oder sogar Betrugsfälle der Ruf nach Beschränkung auf ‚einfach nur‘ den gesunden Menschenverstand nicht sogar berechtigt?

Am Anfang der Kursarbeit steht eine wissenschaftstheoretische Propädeutik: Was ist und wozu betreiben wir Wissenschaft? Darauf aufbauend sind einige in unserer Gesellschaft – und vermutlich auch unter den Kursteilnehmenden – latent weit verbreitete und wirkmächtige bloß vermeintliche Gewissheiten zu identifizieren und mit erkenntnistheoretischen wie auch fachwissenschaftlichen Mitteln zu hinterfragen. Zu betrachten sind dabei neben Gültigkeitsparadoxien und logischen Fehlschlüssen (die dann drohen, wenn das menschliche Denken menschlichen Denken untersucht) gerade auch Erkenntnisse der Kognitionspsychologie zu cognitive fallacies: Denkfallen, Täuschungen etc. Die Kursarbeit gestaltet sich überwiegend seminaristisch, als hermeneutische Arbeit an Texten unterschiedlicher Gattungen. Ein Reader wird den Teilnehmenden im Vorfeld der Akademie zur anteiligen Einarbeitung zur Verfügung gestellt.

Die Kursleitung